Zur Person

Maria Franziska Schüller

 

Maria Franziska Schüller,  geboren 1955 in Eschweiler/Rheinland.

 

  • Studium der Germanistik und Kunstwissenschaft, Staatsexamen und Dozentur an der RWTH Aachen
  • Dreijährige Gestaltausbildung am IHP (Richard van Egdom) mit Schwerpunkt Traumarbeit
  • Fortbildung in NLP und Bioenergetik
  • Weiterbildung Mediation (Friedensbildungswerk Köln)
  • Focusing- Grundausbildung (DAF/ Susanne Kersig)
  • Seit über 20 Jahren Meditationpraxis (Schülerin von Sylvia Wetzel)
  • Focusing- Ausbildung am FINK, Focusing Institut Köln
  • Zertifizierung als Focusing Professionel/Trainer am FINK und New York Focusing Institute
  • Mitarbeiterin am FINK
  • Regisseurin mit zwanzigjähriger Inszenierungsarbeit an Stadt- , Staatstheatern und (übers Goetheinstitut) im Ausland: Chile, Uruguay und Argentinien. Als Autorin und Regisseurin kontinuierlich für den WDR tätig
  • Parallel zur künstlerischen Laufbahn: Dozentin (Medienpädagogisches Institut Berlin und Uni Dortmund), Lehrerfortbildung, „Coaching für kreative Köpfe“

 

Portrait...

Portrait Maria Franziska Schüller: „Der Körper weiß mehr“
Von Andrea Blome, Oktober 2015
 
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Mit Focusing kreativer, sinnerfüllter und entspannter leben
Ein flaues Gefühl im Magen vor einem unangenehmen Gespräch ... Kribbelig bis in die Haarwurzeln vor Aufregung ... Sich leicht fühlen nach einem geklärten Konflikt ... Immer dann, wenn Menschen ein bestimmtes Empfinden so oder ähnlich beschreiben, dann spüren sie die Resonanz ihres Körpers. Dieser weiß offenbar mehr als wir denken oder in Worte fassen können.
Um diese Art des inneren Empfindens, die Resonanz und Weisheit des Körpers, geht es im Focusing. „Das Focusing“, sagt Maria Schüller, „kümmert sich um das, was amorph, noch nicht gewusst oder so undeutlich ist wie der Inhalt eines unausgepackten Pakets. Aber der Körper spürt schon das Ganze des Pakets.“ Ab November begleitet die Beraterin und Trainerin im Frauenbildungshaus Zülpich eine Fortbildung, die in die Focusing-Methode einführt und in vier Modulen Grundlagen, Methodenwissen und Praxis vermittelt. „Focusing“, sagt sie, „ist nicht nur eine körperorientierte Methode, es ist eine besondere Form der Achtsamkeitspraxis.“ Wie in der Meditation gehe es darum, absichtslos, nicht wertend und wohlwollend das anzunehmen, was eh ist. Dann entstehe Raum für die Resonanz des Körpers, das bedeutsame Erleben.
Maria Schüller, die ihren beruflichen Weg seit vielen Jahren als Regisseurin, Autorin und Coach geht, hat das Focusing vor mehr als 15 Jahren auf eben diesem „Weg der Achtsamkeit und Meditation“ für sich entdeckt. „Ich war wie elektrisiert“, sagt sie, als sie davon erzählt, wie es ihr erging beim Lesen der Texte des Philosophen und Therapeuten Eugene T. Gendlin, dem Begründer des Focusing. Gendlin hatte zum Phänomen der Veränderung in Therapien geforscht und festgestellt, dass Menschen, die eine Beziehung zu ihrem inneren Körpererleben haben, erfolgreicher mit Problemen umgehen können. „Ich war so fasziniert davon, wie er Veränderungsprozesse beschreibt“, sagt Maria Schüller. „Für mich kamen in diesem Moment alle Fäden zusammen: was ich aus der Phänomenologie wusste, die Gestalt-Arbeit, Coaching und Beratung, Imaginationsarbeit, Entspannungstechniken, Achtsamkeit ... So muss es sein, wenn man sich intellektuell verliebt.“
Nach der Grundausbildung im Focusing entschied sie, sich weiter zur Focusing-Begleiterin und -Trainerin ausbilden zu lassen. Heute setzt sie die Methode nicht nur in der individuellen Beratung ein, sie leitet Ausbildungsgruppen und begleitet Selbsthilfegruppen. Denn das Focusing war ursprünglich keine Therapiemethode, sondern ein Instrument für die Selbsthilfe. „In einer Zeit, in der wir sehr subtil bis ins Körperliche hinein von spätkapitalistischem Effizienzdenken dominiert sind, tut es so gut, die Weite und Weisheit unserer inneren Lebendigkeit zu entdecken und sich die Dinge von daher neu anzuschauen“, sagt Maria Schüller. „Wir können radikal zu Ende denken, dass wir eben nicht die Schaltzentrale sind. Focusing ist Körperweisheit. Der Körper weiß mehr als wir.“
Die Focusing-Arbeit macht den Berufsalltag von Maria Schüller noch bunter als er ohnehin schon war. Wenn sie von ihrem freiberuflichen Leben erzählt, dann klingt auch das so, als sei sie immer ihrer Intuition gefolgt. Und letztlich war es genauso. „Ich habe ein abenteuerliches Leben gelebt“, sagt sie lachend. „Das tue ich noch immer.“ Als Regisseurin hat sie 24 Jahre lang an Theatern in Deutschland und über das Goetheinstitut in Chile, Uruguay und Argentinien gearbeitet. Seit vielen Jahren ist sie Autorin und Regisseurin für den WDR-Hörfunk. Parallel zu ihrer künstlerischen Arbeit machte sie eine gestalttherapeutische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Traumaarbeit,entwickelte das „Coaching für kreative Köpfe“, bildete sich in NLP, Bioenergetik, Meditation und schließlich im Focusing weiter. Um die vielen Arbeitsbereiche zu strukturieren, legt sie Tage fest, an denen bestimmte Aufgaben anliegen. Ein Tag für die Rundfunkarbeit, ein Tag für Beratung und Coaching, ein Tag für Focusing. Feste Zeiten für Gruppen - und natürlich für sich selbst.
Freiberuflerin zu sein - und das seit 35 Jahren - entspricht ihrer Freiheitsliebe und ihrem Selbstbewusstsein. „Ich bin geübt darin, flexibel und erfinderisch mit meiner Zeit umzugehen“, sagt sie. Natürlich gebe es auf einem solchen Weg auch Existenzängste. „Das Vertrauen, dass es gut wird, das habe ich mir erarbeitet.“ Dieses Vertrauen basiere auf Fleiß, aber auch auf einer großen Offenheit. „Nicht an betonharten Vorstellungen von sich selbst und der Welt festhalten“, das sei wichtig in der Freiberuflichkeit. „Mitgehen mit dem, was als nächster Lebensabschnitt kommt.“ Und auf die Resonanz des Körpers hören. Denn der weiß schon, wie es gut sein kann.